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Arbeitsplatzergonomie: Der Mensch ist nicht für´s Sitzen designt

Stundenlanges Sitzen Woche für Woche und vielleicht sogar Jahr für Jahr hat fatale Auswirkungen auf unseren Bewegungsapparat

Gerade im Büroalltag leiden viele Menschen durch ständiges Sitzen (mehr als 10 Stunden pro Tag) an Verspannungen, Kopf- und Nackenschmerzen oder müde bzw. trockene Augen, wenn der Bildschirm am Arbeitsplatz eine zusätzliche Rolle spielt. Wir haben es hier mit klassischen Dauerbelastungen zu tun. Aufstehen, Bewegen sowie aufrechtes und entspanntes Sitzen können diesen Beschwerden vorbeugen, trotzdem ist Arbeitsplatz-Ergonomie im Kontext Gesundheit ein noch oft missachtetes Thema.

Der Begriff Ergonomie stammt aus dem Griechischen (ergon = Arbeit; nomos = Regel/Wissenschaft). Ergonomie bedeutet somit das Gestalten und Anpassen der Arbeitsbedingungen und -anforderungen an die Bedürfnisse und Fähigkeiten des arbeitenden Menschen.



Gesund Arbeiten in sämtlichen Berufen

Industriearbeitsplätze ergonomisch zu gestalten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe: Dort eingesetzte Arbeitsstühle und andere Produkte müssen spezifische Anforderungen beispielsweise für Montage erfüllen. Weitere wichtige Kriterien sind Stabilität und Robustheit, um einer Mehrfachbelastung durch Schichtarbeit standzuhalten.


Folgende negative Einflussfaktoren treten auf:

· Statische Haltearbeiten

· Einseitige dynamische Arbeit

· Zwangshaltung am Schreibtisch

· Nicht ordnungsgemäße Benutzung

Die ergonomische Gestaltung von Arbeitsmitteln, Arbeitsplätzen und Arbeitsbereichen (zum Beispiel das Bedienen von Maschinen und Geräten) soll eine an die körperlichen Voraussetzungen angepasste Arbeitshaltung sowie günstige Bewegungsabläufe ermöglichen. Insbesondere kommt der Körperhaltung verstärkte Aufmerksamkeit zu, sie soll gesünder, ermüdungsfreier, unfallsicher und arbeitseffektiver sein.


Fokus Büroalltag

18 Millionen Bildschirm- und Büroarbeitsplätze existieren zurzeit in Deutschland. Das sind knapp 50% aller Arbeitsplätze überhaupt.

Für das korrekte Anpassen eines Büroarbeitsplatzes gilt:

1. Den Stuhl auf die richtige Höhe einstellen, sodass sich die Beine in einem 95 ° bis 105° Winkel zur Sitzfläche befinden. Gleiches gilt für die Einstellung der Armlehnen.

2. In Schritt 2 wird, wenn möglich die Tischhöhe der Stuhleinstellung angepasst. Armlehnen und Tischplatte sollten auf einer Ebene liegen.

3. Die Bildschirmeinstellung sollte der natürlichen Kopfneigung angepasst sein. Die obere Bildschirmkante und die Augen bilden eine gerade Linie, wobei der Bildschirm leicht schräg und in einem Abstand von etwa 50 bis 80 cm von den Augen entfernt (Armlänge)steht.

Dennoch sind weitere Kriterien für ein gesundes Arbeiten im Büro oder im Homeoffice entscheidend: Bei der Büroeinrichtung gilt es zu beachten, dass die nahe Umgebung maximal dreimal heller oder dunkler sein sollte als der Bildschirm. So sind beispielsweise strahlend weiße Tische meist zu hell für einen Computerarbeitsplatz. Zu krasse Helligkeitsunterschiede sind eine große Belastung für unsere Pupillen.

An Bildschirmarbeit angepasste Brillen

Hilfe bieten speziell für den Computerarbeitsplatz gefertigte Brillen, bei denen der Nahsichtbereich erweitert ist. Diese kann ein Optiker auf die individuellen Bedürfnisse abstimmen. Mit der Blaulichtfilter-Technologie werden die schädlichen HEV-Strahlen reflektiert. Dies geschieht mit Beschichtungen auf dem Brillenglas oder als Tönung im Brillenglas. Kontraste werden stärker wahrgenommen und Blendungen reduziert. Sehbeschwerden (z.B. brennende, gerötete Augen, verschwommenes Sehen) bilden sich bei ergonomisch einwandfreier Arbeitsplatzgestaltung zurück.


Ergonomische Blickrichtung

Auch die richtige Einstellung des Bildschirms hat einen Einfluss auf die Gesundheit und unsere Nacken- und Rückenmuskulatur. Was viele nicht wissen: Die natürliche Blickrichtung ist nicht geradeaus, sondern leicht nach unten geneigt. In dieser Haltung werden die Nackenmuskeln wesentlich weniger belastet und sind entspannter.

Zur Maus

Flacher Anstieg der Wölbung und passende Größe

- klein genug, dass der Handballen auf der Tischfläche aufliegen kann und

- groß genug, dass die Maus nicht mit gebeugten Fingern verkrampft gehalten wird

- bedienbar mit jeder Hand oder

Modell für Rechts- /Linkshänder

- auf Schulterbreite und so positionieren, dass der Tisch als Unterarmauflage dienen kann

- Mousepad zur Begrenzung des Arbeitsbereiches verwenden


Überall: in Cafés, in Zügen, auf Bänken. Menschen mit Laptops, Tablets und Mobiltelefonen. Öffentliche Plätze und das eigene Zuhause werden zum mobilen Büro. Das ermöglicht ortsungebundenes Arbeiten und vermittelt ein neues Gefühl von Flexibilität und Selbstbestimmung. Was man dabei nicht vergessen darf: Auch im mobilen Büro ist es wichtig, auf eine gute Sitzposition zu achten und sich vor Lärmbelastung zu schützen.

In der typischen, vornübergebeugten «Mobilphone-Haltung» weist unser Nacken einen 60-Grad-Winkel auf. Dabei ist er einer Zugkraft von ca. 27 Kilogramm ausgeliefert. Kein Wunder, dass sich der Nacken nach kurzer Zeit verspannt.

Gesunde Sitz - und Kopfhaltung

Um gesundheitliche Probleme vorzubeugen, ist es wichtig, auch auf Nicht-Bürostühlen auf eine gute Sitzhaltung zu achten: aufrecht Sitzen mit geradem, aktivem Rücken mit regelmäßigen Bewegungspausen (Aufstehen, Gehen, Muskeln, besonders im Schulter- Nackenbereich mobilisieren). Nutzen Sie bei Bedarf Kopfhörer, die Umgebungsgeräusche eindämmen.


Als Richtlinien in Deutschland gelten u.a die europäische Mindeststandards für Arbeitsschutz und Produktsicherheit:

  • Bereits vor einiger Zeit wurden einheitliche Mindeststandards für Arbeitsschutz und Produktsicherheit erarbeitet. Diese basieren einerseits auf der EU-Rahmenrichtlinie 89/391/EWG über Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.

  • In Ergänzung tritt die spezifischere Einzel-Richtlinie 90/270/EWG über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmen hinzu.

  • Die Vorschrift fordert von Arbeitgebern, dass sie die Risiken für Sicherheit und Gesundheit bewerten sollen, welche mit den zur Verfügung stehenden Arbeitsplätzen verbunden sind. Doch die Leitlinien gehen noch darüber hinaus: Die Unternehmen sind angehalten, passende und förderliche Maßnahmen ergreifen, falls Mängel erkannt werden.

Unsere Soforthilfe: ein Link zu einer Checkliste „Homeoffice“


Fazit:

Die tollste Büroausstattung rentiert sich nur, wenn langes Sitzen in einer statischen Position durch Bewegung ergänzt wird. Nutzen Sie als Arbeitgeber*in die Angebote des Zentrum Mensch, u.a. die bewegte Pause. Denn schon 15 min. haben positive Effekte auf die allgemeine Leistungsfähigkeit: Mit leichten Mobilitäts- und Balanceübungen kann ganz einfach die Durchblutung gefördert, der Rücken aktiviert und Verspannungen aktiv entgegengewirkt werden.





🧡Dieser Beitrag wurde von ZM Heldin Dr. Katrin Schneider unterstützt.


 

Quellen:





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