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Was sind Schluckstörungen?

Unsere ZM Heldin Frauke Neumann bringt uns im folgenden Artikel das Thema Schluckstörungen näher:



Wenn das Essen und Trinken nur noch eingeschränkt funktioniert, sprechen wir von einer Schluckstörung. Dies kann die Nahrungsaufnahme, den Transport im Mundraum, aber auch den Übergang vom Rachen in die Speiseröhre betreffen.



Prävalenz

Die Häufigkeit dieser Erkrankung wird oft unterschätzt. Ca. 7% der Deutschen haben eine Dysphagie. Schauen wir in unsere Altenheime, weisen sogar etwa die Hälfte der Bewohner*innen Symptome auf.


Insbesondere nach Schlaganfall sind zu Beginn über 60% betroffen. Oft verbessern sich die Symptome in den ersten Tagen, wenn die Störung rechtzeitig erkannt wird und ein paar Grundregeln eingehalten werden.


Auch andere neurologische Erkrankungen wie zum Beispiel Parkinson, Multiple Sklerose und Demenz gehen mit einer Schluckstörung einher. Nach einem Schädelhirntrauma

(60-82%) durch z.B. Unfälle oder auch bei Tumoren (10-30%) kann es ebenfalls zu einer Beeinträchtigung kommen.


Diagnose Der wichtigste Schritt ist das Erkennen einer Dysphagie. Unbehandelt kann es zu Mangelernährung, Gewichtsverlust und Austrocknung (Dehydration) kommen. Zurecht gefürchtet wird eine sogenannte Aspirtationspneumonie. Durch das Verschlucken gelangen mitunter Bestandteile von Nahrung oder Flüssigkeit in die Lunge und können dort eine Entzündung hervorrufen.

Jeder kennt das. Wenn ich mich verschlucke merke ich, dass etwas falsch gelaufen ist. Ich muss husten oder räuspere mich. Auch mein Stimmklang könnte verändert sein.

Bei neurologisch beeinträchtigten Personen kann dieser wichtige Schutzmechanismus ausfallen. Sie spüren nicht mehr, dass etwas falsch läuft. Wir bezeichnen dies als stille Aspiration. Dadurch werden etwa 50% der Schluckstörungen nicht erkannt.


Untersuchung Wichtig ist das Wissen über die stille Aspiration. Bei Verdacht auf eine Schluckstörung sollte neben einer ärztlichen und logopädischen Diagnostik immer eine apparative Diagnostik durchgeführt werden. Hierzu geeignet sind die FEES ( die flexible endoskopische Schluckuntersuchung) oder eine Videofluoroskopie. Nur durch das Hereinschauen kann eine zuverlässige Aussage über den Schluckakt getroffen werden. Deshalb sollte man auch immer nach einer solchen Möglichkeit fragen.


Die frühzeitige Diagnose einer Dysphagie ist entscheidend für die Vermeidung von Komplikationen.

Deshalb teilen sie dieses Wissen. Statistisch gesehen kennen Sie vermutlich jemanden, der diese Information brauchen kann.


Behandlung

Im Zentrum Mensch werden unter anderem Schluckstörungen in der Logopädie behandelt.



Frauke Neumann ist Logopädin

(MSc. Neurorehabilitationsforschung)

Sie teilt ihr Wissen zur Dysphagie über unsere ZM Academy.

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