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„Ist das wirklich ein Tennisarm?“

  • Autorenbild: ASa
    ASa
  • vor 9 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Im Gespräch mit der Direktionsleitung Physiotherapie

Ein häufiges Beschwerdebild in der physiotherapeutischen Praxis ist der sogenannte „Tennisarm“. Wir haben mit Achim Schüler, unserer Direktionsleitung für Physiotherapie darüber gesprochen, was wirklich dahintersteckt – und warum es sich lohnt, genauer hinzuschauen.


„Tennisarm“ klingt fast harmlos. Was verbirgt sich dahinter?


Der Begriff ist tatsächlich etwas irreführend. Viele unserer Patientinnen und Patienten spielen gar kein Tennis. Medizinisch sprechen wir von einer Epicondylitis humeri radialis – also von Beschwerden im Bereich des lateralen Ellenbogens, genauer gesagt am Sehnenansatz der Unterarmstreckmuskulatur.


Der Name „Tennisarm“ hat sich einfach im Alltag durchgesetzt. Aber die Ursachen sind vielfältiger, und oft steckt eine wiederholte Alltagsbelastung dahinter – zum Beispiel lange Arbeit mit der Computermaus oder handwerkliche Tätigkeiten.


Woran merken Betroffene typischerweise, dass etwas nicht stimmt?


Viele berichten über einen dumpfen Schmerz beim kräftigen Zugreifen – etwa beim Öffnen einer Flasche oder beim festen Händedruck TEAMS Besprechung Epicondylitit…. Auch Dehnbewegungen des Unterarms können unangenehm sein. Häufig kommt eine verminderte Griffkraft hinzu, manchmal auch Nachtschmerz.


Was wir oft hören: „Wenn ich mich bewege, wird es erst besser – aber es kommt immer wieder.“ Dieses wiederkehrende Muster ist typisch und sollte ernst genommen werden.


Ist es immer nur ein Problem direkt am Ellenbogen?


Nein, und genau das macht die sorgfältige Untersuchung so wichtig.



Wir betrachten nicht nur die lokale Struktur am Sehnenansatz, sondern auch die segmentale Zuordnung – im Fall der Epicondylitis häufig das Segment C7. Dazu gehören bestimmte Hautareale, Muskelgruppen und Reflexe.


Das bedeutet nicht, dass immer eine Nervenproblematik vorliegt. Aber wir prüfen systematisch, ob die Beschwerden rein lokal erklärbar sind oder ob funktionelle Zusammenhänge berücksichtigt werden sollten. Auch Differenzialdiagnosen wie radiale Beschwerden, ein Thoracic-Outlet-Syndrom oder plexusbezogene Irritationen gehören in die Abklärung.


Wie geht ihr da in der Physiotherapie therapeutisch vor?



Wir verfolgen in der Regel ein strukturiertes Belastungsmodell.

In einer akuten Phase kann eine schmerzarme isometrische Aktivierung sinnvoll sein. Später wird in der Regel die Belastung schrittweise gesteigert, beispielsweise durch exzentrisches Training. Ziel ist eine nachvollziehbare, dosierte Belastungsanpassung.


Ergänzend können manuelle oder physikalische Maßnahmen eingesetzt werden – immer eingebettet in ein Gesamtkonzept und abgestimmt auf die individuelle Situation.


Uns ist wichtig: Wir versprechen keine schnellen Lösungen. Es geht darum, Belastung, Regeneration und Funktion in ein sinnvolles Verhältnis zu bringen.


Was wünscht du dir, dass Betroffene über dieses Beschwerdebild verstehen?


Dass es kein „Bagatellproblem“ ist – auch wenn der Begriff harmlos klingt.

Und dass eine strukturierte Abklärung hilft, die Situation besser einzuordnen. Wer versteht, warum bestimmte Belastungen Beschwerden triggern, kann bewusster damit umgehen.


Transparenz schafft Sicherheit. Und genau das ist unser Anspruch in der physiotherapeutischen Begleitung.


Herzlichen Dank für die Einblicke und die differenzierte Einordnung dieses häufigen Beschwerdebildes.



Sie haben Beschwerden im Bereich des Ellenbogens?


Wenn Sie unsicher sind, wie Ihre Beschwerden einzuordnen sind, oder wiederkehrende Schmerzen im Bereich des lateralen Ellenbogens bemerken, empfehlen wir eine fachliche Abklärung.


Die erste Anlaufstelle ist in der Regel Ihr Hausarzt, der die Beschwerden einordnet und gegebenenfalls weitere Schritte veranlasst. Auf dieser Basis kann eine physiotherapeutische Begleitung gezielt geplant werden – abgestimmt auf Ihre individuelle Situation.


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