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Das Zungenband - klein, aber bedeutsam

vor 4 Tagen
3 Min. Lesezeit

Ein Beitrag auf Initiative von Kathleen Ziegler, ZM Spezialistin und Logopädin in Ilshofen


Kaum jemand denkt über sein Zungenband nach. Und doch kann dieses kleine Gewebeband unter der Zunge einen großen Unterschied machen: beim Stillen, beim Sprechen, beim Schlucken, manchmal sogar bei der Körperhaltung.


Was ist das Zungenband überhaupt?

Das Zungenband (Frenulum linguae) verbindet die Unterseite der Zunge mit dem Mundboden. Sitzt es zu weit vorne oder hinten, oder ist es zu kurz, kann das die Beweglichkeit der Zunge einschränken und das kann weitreichendere Folgen haben, als die meisten vermuten.


Nicht nur ein Baby-Thema

Viele denken beim Zungenband sofort an Säuglinge. Das stimmt, aber es trifft längst nicht alle. Zu unserer Logopädin kommen Babys und Kleinkinder, Fünfjährige und Zwölfjährige, aber auch Vierzigjährige. Das Zungenband ist kein Altersthema. Es ist ein Funktionsthema.



Zungenband - ZM Spezialisten kümmern sich darum im Zentrum Mensch

Woran erkennen Eltern ein zu kurzes Zungenband beim Baby?

Das häufigste frühe Zeichen können Schwierigkeiten beim Stillen oder Füttern sein. Typische Hinweise:

  • Das Baby rutscht immer wieder von der Brust oder Flasche

  • Stillen ist für die Mutter schmerzhaft

  • Das Baby wirkt häufig unruhig oder scheint nie richtig satt zu werden

  • Ein klickendes Geräusch beim Saugen

  • Das Kind erschöpft sich beim Essen schnell und isst immer nur kleine Mengen — um kurz darauf wieder hungrig zu sein


Wichtig:

Nicht jedes zu kurze Zungenband macht Probleme. Entscheidend ist immer die Funktion,

nicht das Aussehen.

Mehr zum Thema wählerisches Essen und Trinken bei Kleinkindern findest du bald in unserem Beitrag zum Thema Picky Eater.


Was passiert, wenn es unerkannt bleibt?

Die Folgen können sich schleichend zeigen und werden oft nicht mit dem Zungenband in Verbindung gebracht. Mögliche Zusammenhänge, die wir in der Praxis beobachten:

  • Zahnfehlstellungen, weil die Zunge kompensiert - anstatt gegen den Gaumen zu drücken, drückt sie nach vorne gegen die Zähne und verschiebt sie

  • Eingeschränkte Nasenatmung oder nasale Sprache, die mit dauerhafter Gewebespannung zusammenhängen können

  • Kauprobleme: Ein Kind, das bestimmte Speisen meidet, muss nicht wählerisch sein; Kauen kann schlicht anstrengend oder unangenehm sein

  • Aussprachestörungen, besonders bei den Lauten „s" und „sch" - die Zunge stößt gegen die Zähne oder rutscht zwischen die Zahnreihen

  • Unterschwellige Anspannung, die sich nicht von selbst löst


Unsere ZM Spezialistin und Logopädin Kathleen Ziegler erlebt in der Praxis regelmäßig:

Kinder kommen wegen Ausspracheproblemen, die Übungen sind für Kind und Therapeutin gleichermaßen zäh und kräftezehrend und am Ende lohnt es sich, einen Blick auf das Zungenband zu werfen. Auch Kinder mit Zahnspange kommen regelmäßig zu ihr, weil der Zusammenhang zwischen Zungenband und Kieferentwicklung manchmal erst spät ins Blickfeld gerät.

Auch Erwachsene können betroffen sein

Unsere Logopädin beobachtet, dass die Anfragen zunehmen - immer mehr Erwachsene kommen drauf, dass sie selbst betroffen sein könnten. Nackenverspannungen, Schlafprobleme, Kieferschmerzen, chronische Erschöpfung - Beschwerden, die jahrelang einzeln behandelt wurden, ohne dass jemand den Zusammenhang erkannt hat.

Manchmal zeigt sich erst im Gespräch mit Eltern, dass auch sie selbst möglicherweise betroffen sind. Was für das Kind abgeklärt wird, kann plötzlich eine ganz eigene Geschichte zum Vorschein bringen.


Wie wird behandelt?

Die Behandlung hängt vom Alter und vom Befund ab. In manchen Fällen kann gezieltes logopädisches Training allein helfen. Wenn ein Eingriff sinnvoll erscheint, wird das Zungenband geschnitten oder gelasert - ein kurzer ambulanter Eingriff, der individuell mit den behandelnden Fachärztinnen und Fachärzten besprochen werden sollte.


Was nach dem Eingriff kommt und warum das entscheidend ist

Der Schnitt allein reicht nicht. Danach braucht es Therapie: Logopädie und Osteopathie arbeiten hier Hand in Hand. Die Zunge hat über lange Zeit Muster kompensiert. Diese zu lösen, neue Bewegungsabläufe zu etablieren und alte Spannungen aufzulösen - das ist die eigentliche Arbeit. Und die zahlt sich aus.

Was das Zentrum Mensch bietet

Im ZM wird das Zungenband nicht isoliert betrachtet. Unsere Logopädinnen prüfen die Funktion - also wie Zunge, Kiefer, Schlucken und Sprechen zusammenspielen. Wo nötig, arbeiten wir interdisziplinär im Team: mit Physiotherapie, Ergotherapie und angrenzenden Bereichen.


Unsere Logopädin hat eine Fortbildung zum Thema Zungenband absolviert und bringt Praxiserfahrung mit ganz verschiedenen Patient*innen mit. Sie berät, schaut sich die Situation vor Ort an und begleitet Betroffene -vor und nach einem möglichen Eingriff. Für die Diagnose und den Eingriff selbst empfehlen wir spezialisierte Fachzentren, in denen erfahrene Ärztinnen und Ärzte sowie Kieferorthopädinnen und Zahnärztinnen zusammenarbeiten.


Sie haben den Verdacht, dass Ihr Kind oder Sie selbst betroffen sein könnten? Sprechen Sie uns an, wir schauen gemeinsam hin.


📍 ZM Spezialistin Kathleen Ziegler befindet sich im Zentrum Mensch, Ilshofen | zu Ilshofen


Zungenbandzentrum

Quellen


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