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Wie helfe ich meinem Kind die Perspektive zu wechseln?

Idee des Monats aus der Frühförderung



Kinder entwickeln nach und nach ihre emotionalen und sozialen Fähigkeiten, ebenso wie die kognitiven. Wir müssen erst lernen, dass andere eine andere Perspektive haben können, als wir selbst.


Dabei beginnt die Empathie-Entwicklung, wenn wir genau hinschauen, von Anfang an. Zum Beispiel hat die elf Monate alte Karla ihr Gesicht im Schoß der Mutter verborgen, als sie gesehen hat, dass Otto hingefallen ist.

Laut Hoffmann ist dieses die erste Phase, in der wir andere Menschen noch nicht von unserem Selbst trennen können.


In der zweiten Phase versteht das Kind, dass andere auch unangenehme Situationen erleben können. Aber es geht davon aus, dass es dem/ der anderen dabei genauso geht, wie dem Kind selbst. Zum Beispiel bietet der dreizehn Monate alte Tim seinem Vater, als dieser traurig aussieht, sein Kuscheltier an.


Vom zweiten bis zum dritten Lebensjahr entwickelt sich für gewöhnlich (Abweichungen kommen vor und sind nicht gleich ein Grund zur Besorgnis) das Bewusstsein, dass alle Menschen ihre eigenen Gefühle haben und sich diese unterscheiden können.

Kinder können in der dritten Phase selbstlos agieren und trösten andere.


Doch umfänglich die Perspektive anderer einnehmen zu können, gelingt Kindern in der vierten Phase. Diese kann je nach Entwicklung des Kindes bis zum Schuleintritt oder auch darüber hinaus andauern. In dieser Phase macht es Sinn gezielt immer wieder Perspektivenwechsel einzufordern und einzuüben.


Wichtig: Überforderung hat noch keiner Entwicklung geholfen!


Wenn Sie merken, dass Ihr Kind noch nicht so weit ist, übernehmen Sie den Perspektivenwechsel stellvertretend und machen Sie das Kind darauf aufmerksam: "schau mal, Lisa steht ganz allein am Rand und schaut zum Boden. Vielleicht denkt sie, dass keiner mit ihr spielen will. Vielleicht macht das Lisa traurig. Willst du mal hingehen und sie fragen?"


Wir können in jeder Alltagssituation mit anderen Menschen üben, die Perspektiven der anderen einzunehmen. Ich kann mich, bzw. das Kind fragen:

Was denkt die/ der andere wohl gerade?

Was fühlt die Person dabei?


In Rollenspielen oder beim Nachspielen von Szenen mit Playmobil Figuren, können wir hin und wieder die Meta-Ebene einnehmen: "wie geht es xy gerade? Was würde ihr/ ihm gerade helfen?"


Und wie bei allem anderen auch: Übung macht die Meister*innen!

Umso öfter wir dieses Denken üben, umso leichter fällt es uns.


Unser Buch - Tipp für diesen Monat*:












"Blöde Ziege Dumme Gans" (arsEdition Verlag)

In diesem Buch geht es um Freundschaft, Streit, Perspektiven und Perspektivenwechsel.

Das Buch beleuchtet wichtige Themen aus dem Alltag eines Kindes.


Besonders geeignet für

Gruppensettings: gemeinsam reflektieren, wann hab ich schon mal so gefühlt, wie ging es dem anderen Kind damit?


Buch online kaufen:


*das Buch ist in der IFF Crailsheim zu finden






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